Überblick

Rechtsgültigkeit elektronischer Signaturen in den VAE

Die VAE haben ihren Rechtsrahmen für elektronische Signaturen 2021 modernisiert und das ältere Federal Law No. 1 of 2006 über den elektronischen Geschäftsverkehr und elektronische Transaktionen ersetzt. Das aktuelle Bundesgesetz erkennt elektronische Dokumente und elektronische Signaturen an, legt einen gestuften Rahmen für die Zuverlässigkeit von Signaturen fest und schafft ein Lizenzierungssystem für Vertrauensdiensteanbieter, die von der Telecommunications and Digital Government Regulatory Authority (TDRA) beaufsichtigt werden. Daneben betreiben das DIFC und der ADGM jeweils eine eigene Gesetzgebung zu elektronischen Transaktionen für Unternehmen, die in diesen Freizonen ansässig sind.

Sind elektronische Signaturen in den VAE rechtsgültig?

Im Onshore-Bereich ist das maßgebliche Regelwerk das Federal Decree-Law No. 46 of 2021. Artikel 5 bestimmt, dass ein elektronisches Dokument seine Rechtskraft und Durchsetzbarkeit nicht allein deshalb verliert, weil es in elektronischer Form vorliegt. Artikel 7 behandelt ein Schriftformerfordernis als erfüllt, wenn ein elektronisches Dokument vorliegt, dessen Informationen gespeichert, verwendet und abgerufen werden können. Artikel 8 behandelt ein Unterschriftserfordernis als erfüllt, wenn ein Mittel verwendet wird, das eine Person identifiziert und deren Willen in Bezug auf den Inhalt des Dokuments erkennen lässt, sofern dieses Mittel für den Zweck geeignet ist oder durch weitere Beweismittel gestützt wird. Artikel 18 bestätigt, dass elektronische Dokumente und elektronische Signaturen nicht allein deshalb als Beweismittel unzulässig sind, weil sie elektronisch sind, und verleiht einer qualifizierten elektronischen Signatur dieselbe Authentizität und Rechtswirkung wie einer handschriftlichen Unterschrift. Das Gesetz stellt zudem klar, dass niemand verpflichtet ist, elektronischen Geschäftsverkehr zu akzeptieren, wobei sich die Zustimmung jedoch aus dem Verhalten ableiten lässt.
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DIFC und ADGM werden in diesem Zusammenhang als getrennte Rechtsordnungen behandelt. Unternehmen innerhalb des DIFC unterliegen dem DIFC Electronic Transactions Law, DIFC Law No. 2 of 2017, in der 2022 geänderten Fassung. Unternehmen innerhalb des ADGM unterliegen den ADGM Electronic Transactions Regulations 2021. Beide Rechtssysteme erkennen elektronische Signaturen an und verleihen einer konformen elektronischen Signatur dieselbe Rechtswirkung wie einer handschriftlichen. Sie wenden jedoch einen einheitlichen funktionalen Test an, nämlich ob die Signatur so zuverlässig war, wie es für den Zweck angemessen ist, und nicht das gestufte Onshore-Modell. Auch ihre Listen ausgeschlossener Dokumente unterscheiden sich voneinander und von der Onshore-Regelung. Ein Unternehmen, das in einer Freizone tätig ist oder dort Verträge abschließt, sollte daher klären, welches Rechtssystem für die Vereinbarung gilt, bevor es einen Signaturprozess standardisiert.

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Arten elektronischer Signaturen

Arten elektronischer Signaturen in den VAE

Das Bundesrecht der VAE erkennt im Onshore-Bereich elektronische Signaturen auf mehreren Sicherheitsstufen an. Je höher die Stufe, desto stärker ist die Beweiskraft der Signatur, falls sie jemals angefochten wird. DIFC und ADGM verwenden diese Stufen nicht, sondern wenden stattdessen einen einheitlichen Zuverlässigkeitstest an, der weiter unten beschrieben wird.

  • Elektronische Signatur: Die allgemeine Kategorie nach Artikel 8 des Federal Decree-Law. Sie umfasst jedes Mittel, das dazu dient, eine unterzeichnende Person zu identifizieren und ihren Willen in Bezug auf den Inhalt eines Dokuments erkennen zu lassen, sofern dieses Mittel für den Zweck geeignet ist, für den das Dokument erstellt wurde.
  • Zuverlässige elektronische Signatur: Eine Signatur, die die Bedingungen in Artikel 19 erfüllt. Danach muss sie mit der unterzeichnenden Person verknüpft sein und unter deren vollständiger und alleiniger Kontrolle stehen, die unterzeichnende Person identifizieren können, so mit den signierten Daten verknüpft sein, dass jede Änderung erkennbar ist, und mit den in den Durchführungsverordnungen festgelegten technischen und sicherheitsrelevanten Maßnahmen erstellt worden sein.
  • Qualifizierte elektronische Signatur: Die höchste Stufe. Sie wird mit einer qualifizierten Signaturerstellungseinheit und einem gültigen qualifizierten Authentifizierungszertifikat erstellt, das von einem Vertrauensdiensteanbieter mit qualifiziertem Status der TDRA ausgestellt wurde. Artikel 18 verleiht ihr dieselbe Authentizität und Rechtswirkung wie einer handschriftlichen Unterschrift.

Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Arten elektronischer Signaturen und darüber, wie Sie die richtige Signaturmethode auswählen.

Anwendungsbereich und Einschränkungen

Anwendungsbereich und Einschränkungen elektronischer Signaturen in den VAE

Elektronische Signaturen decken den Großteil der Geschäfts- und Arbeitsdokumente ab, die Unternehmen in den VAE verwenden. Für eine kleinere Gruppe von Dokumenten gelten zusätzliche Formvorschriften – entweder weil ein anderes Gesetz sie vorschreibt oder weil die Vorschriften der jeweiligen Freizone sie ausschließen. Das Federal Decree-Law No. 46 of 2021 regelt Onshore-Transaktionen, während DIFC Law No. 2 of 2017 und die ADGM Electronic Transactions Regulations 2021 Transaktionen innerhalb dieser Freizonen regeln. Die ausgeschlossenen Dokumentenkategorien unterscheiden sich je nach Rechtssystem. Klären Sie daher, welches Rechtssystem maßgeblich ist, bevor Sie sich auf eine elektronische Signatur verlassen.
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✅ Häufige Einsatzbereiche elektronischer Signaturen

  • Handelsverträge, Liefervereinbarungen und Rahmendienstleistungsverträge zwischen Unternehmen mit Sitz in den VAE
  • Arbeitsverträge, Angebotsschreiben und Onboarding-Unterlagen für Beschäftigte der Privatwirtschaft
  • Geheimhaltungsvereinbarungen, Beratungsverträge und Formulare zur Lieferanten-Einführung
  • Verkaufsangebote, Bestellungen, Rechnungen und Lieferabnahmeprotokolle
  • Interne Unternehmensfreigaben, Richtlinienbestätigungen und Spesengenehmigungen
  • Mandatsschreiben und Dienstleistungsverträge für Dienstleistungsunternehmen mit Sitz im DIFC und ADGM

Wichtige Hinweise

  • Familienrechtliche Dokumente und Nachlassdokumente. Eheschließung, Scheidung, Testamente, Testamentsnachträge und testamentarische Trusts unterliegen besonderen Form- und Beglaubigungsanforderungen. Sowohl das DIFC-Gesetz als auch die ADGM-Vorschriften schließen Testamente, Testamentsnachträge und testamentarische Trusts ausdrücklich aus, und die Verfahren zu Personenstand und Nachfolge im Onshore-Bereich stellen weiterhin eigene Formerfordernisse auf, die außerhalb des Rahmens für elektronische Transaktionen gelten.
  • Dokumente, die notariell beglaubigt werden müssen. Muss ein Dokument vor einem Notar errichtet werden, gilt diese Anforderung weiterhin. Die ADGM-Vorschriften schließen notariell beglaubigte Dokumente ausdrücklich aus. Die Beglaubigung selbst wurde in mehreren Foren der VAE ins Internet verlagert, darunter die Gerichte von Dubai und der digitale Notardienst der DIFC-Gerichte. In der Praxis bedeutet das: Ein Notar muss weiterhin beteiligt sein, das Verfahren muss aber nicht zwingend auf Papier erfolgen.
  • Vollmachten und Trusterklärungen. Vollmachten sind sowohl nach dem DIFC-Gesetz als auch nach den ADGM-Vorschriften ausgeschlossen. Das DIFC-Gesetz schließt zusätzlich Trusterklärungen aus, mit Ausnahme von impliziten Trusts, Constructive Trusts und Resulting Trusts, sowie eidesstattliche Erklärungen oder Versicherungen, die als Beweismittel in Verfahren vor den DIFC-Gerichten verwendet werden.
  • Immobilien und Grundbucheintragung. ADGM schließt Transaktionen aus, die den Verkauf, den Kauf, die Verfügung über oder die Vermietung von unbeweglichem Vermögen für einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren betreffen, sowie die Eintragung damit verbundener Rechte. DIFC hat den entsprechenden Ausschluss 2022 aufgehoben. Im Onshore-Bereich übernimmt die zuständige Grundbuchbehörde des jeweiligen Emirats die Immobilienregistrierung, und deren eigene Verfahrensanforderungen gelten unabhängig davon, wie der zugrunde liegende Vertrag unterzeichnet wird.
  • Für die meisten alltäglichen Geschäftsdokumente in den VAE ist eine elektronische Signatur ausreichend und durchsetzbar.

Fällt ein Dokument in eine der oben genannten Kategorien oder hat eine Behörde oder ein Register eigene Einreichungsanforderungen, klären Sie die Rechtslage vor der elektronischen Unterzeichnung mit qualifizierten Rechtsberatern in den VAE oder mit der zuständigen Behörde.

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HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Die Anforderungen an elektronische Signaturen in den VAE können je nach verwendeter Signaturmethode, Dokument, branchenspezifischer Regulierung und den Umständen der Transaktion variieren. Diese Informationen stellen keine Rechtsberatung dar und ersetzen nicht die Beratung durch eine qualifizierte Rechtsfachkraft.